Philips 834A – Gebrauchtes Rundfunkgerät

Reparaturbericht eines Philips 834A von Christoph Krüger

Vor einiger Zeit habe ich einen Philips 834A bekommen.

Soweit sieht er ganz gut aus, allerdings fehlt der Linke Knopf mitsamt Achse.
Beim zerlegen konnte man dann sehen das das komplette Lautstärkepoti fehlt. 

Etwas problematisch ist, dass durch das Poti der gesamte Anodenstrom fließt. Aus diesem Grund muss es mit ca. 2W belastbar sein und außerdem noch einen Netzschalter haben.
Also ziemlich schwer beschaffbar.
Schaut man sich den Schaltplan an sieht man das der Spannungsabfall am gesamt Poti die Gitterspannung für die Endröhre erzeugt. Der Abgriff erzeugt die einstellbare Gitterspannung für die HF Vorstufe.
Da die Spannung relativ hochohmig über 1MOhm zugeführt wird, kann man das Poti aufteilen:
Die eigentliche Gitterspannung wird mit einem festen 2,2kOhm Widerstand erzeugt. Dazu parallel liegt ein 500kOhm Poti.

Auf den Bildern kann man schon das neue Poti und den Widerstand erkennen.
Das ganze sieht zwar nicht so wirklich schön aus, dafür musste aber nicht geändert werden. Sollte mir irgendwan doch nochmal ein original Poti über den Weg laufen, kann alles original zurück gebaut werden.
Die Siebelkos (Nasselkos) waren gerade am auslaufen, deswegen habe ich sie ausgebaut und trockengelegt.
Zurzeit sind testweise noch zwei moderne Elkos angeschlossen.

Die Teerkondensatoren waren wie so oft leider absolut nichts mehr, alle hatten nur noch wenige kOhm Isolationswiderstand.
Der große Becherkondensator hingegen war noch einwandfrei.

Endröhre und Gleichrichterröhre sind leider am Ende. Die Endröhre werde ich wohl auch dauerhaft mit der 4P1L ersetzen.
Wenn es dunkel ist, ist der Empfang garnicht mal so schlecht.

Interessant ist noch der Aufkleber auf der Rückwand:

Ei5

Recherchen haben ergeben, dass dieses Philips 834A vermutlich ursprünglich aus den Niederlanden stammt. Dort wurde es im zweiten Weltkrieg von deutschen Besatzern eingezogen und in Deutschland wieder verkauft.

Man hatte damals geplant 10.000sende Volksempfänger monatlich zu bauen, nachdem dies aber nicht funktionierte begann man stattdessen, die Radios besetzter Gebiete einzuziehen. Dies diente auch dazu den Widerstand dieser Länder zu schwächen. Die ehemaligen Besitzer mussten übrigens auch noch zahlen, um ihre Geräte abgeben zu „dürfen“.

Mittlerweile steht dieses Philips 834A im Radio-Museum in Linsengericht in der 30er Jahre Ausstellung.

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