Körting Amelio 53W

Reparaturbericht zu einem Körting Amelio 53W von Michael Heid:

Amelio 53W

Der Körting Amelio 53W ist eines der frühen UKW‑Geräte der 1950er Jahre. Das Gerät habe ich „ohne Funktion“ erhalten. Besonders spannend war für mich der ungewöhnliche NF‑Teil, in dem sowohl die EF80 und bei UKW auch die EM11 (das Magische Auge) aktiv im NF-Pfad arbeiten. Die Optik und diese unkonventionelle Schaltung machten das Gerät für mich zu einem interessanten Restaurierungsobjekt.

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Elektrisch waren eigentlich nur Standardarbeiten nötig, sogar der elektrostatische Lautsprecher war noch in Ordnung:

– Gründliche Reinigung des Chassis und Gehäuses

– Austausch sämtlicher Papierkondensatoren

– Neu­befüllung des Becherelkos

– Prüfung und Tausch einiger Röhren

– Prüfen der Spannungen und Funktionskontrolle

Die EL11 musste ich sogar zweimal ersetzen – die erste bestellte Röhre war mikrofonisch und verursachte eine Rückkopplung im Betrieb, die erst nach einem erneuten Tausch verschwand.

Die Wasserflecken und tiefen Kratzer auf dem Gehäuse des Amelio 53W ließen sich nicht wegpolieren und störten mich doch sehr. Der Schwerpunkt war für mich bei dieser Restaurierung daher eher die optische Aufbereitung.
Nach langem Überlegen entschied ich mich, den Klarlack mit Beize und Ziehklinge an den Seiten und oben vollständig zu entfernen. Die Front war noch gut erhalten, diese habe ich daher im Originalzustand belassen. Das Furnier habe ich nach dem Entfernen des Lackes nochmal vorsichtig angeschliffen.

Nach einigen Experimenten mit verschiedenen Lacken fiel meine Wahl auf „Clou Boots- & Yachtlack – Hochglänzend“, welchen ich dünn mit einem feinen Schwamm aufgetragen habe. Nach mehreren Schichten und mehrmaligem Zwischenschleifen kam ich zu einem für mich zufriedenstellenden Ergebnis. Auch das Gehäuseinnere wurde neu schwarz eingefärbt, um den frischen Gesamteindruck abzurunden.

Der Amelio 53W präsentiert sich nun wieder als das, was er ist:
ein technisch eigenwilliges, funktionsfähiges Stück Radiogeschichte – und ein schönes Beispiel dafür, wie viel Wirkung schon kleine Standardreparaturen und eine sorgfältige Gehäuseaufarbeitung erzielen können.