W48: Nur ein Telefon?

Wer kennt ihn nicht, den schwarzen Apparat auf dem Schreibtisch der Krimi-Kommissare der 50er?

Vor einigen Tagen entdeckte ich auf einem Dachboden eine Pappkiste mit zwei dieser Ungetüme.
Eines davon wurde gleich mal wieder so richtig hübsch gemacht und in Betrieb gesetzt.

Fundzustand

Nun, die Apparate waren staubig. Das wars aber schon. Erstklassiger Erhaltungszustand.

W48 im Originalzustand
W48 wie es vom Dachboden kam

Auf den ersten Blick ein schönes Ding, nochdazu, wo die originale Anschlussdose dabei ist.

Soweit so gut

Anschlußschnur und Hörerschnur sind auch OK. Die Gummifüße und Tüllen nicht brüchig. Schrauben wir den Hörer (er heißt ja eigentlich Handapparat) mal auf: Verdächtig leicht…
Aha: Die Sprechkapsel fehlt.

Okay. Weiter mit dem Apparat selbst. Zwei Schrauben, unverlierbar. Und…

Hier gibts nicht viel zu tun… Alles bestens. Höchstens mal feucht auswischen.

Die Gehäuseoberseite ist genau so gut in Schuss.

Also gut. Alles auseinandergeschraubt.
Klingelkondensator gemessen. Alles gut.
Reinigen und das Gehäuse außen mit etwas Politur behandeln.
Das bekannte Onlineversandhaus schickt ne neue Sprechkapsel.
Ausserdem wird die Anschlußschnur erneuert und eine neue Zugentlastungsklammer für die Anschlußdose beschafft.

Die Kontakte werden gereinigt und (außer der Bremse im Nummernschalter alle beweglichen Teile mit einem Hauch WD40 behandelt.
Die alte Auerswald-Telefonanlage muß jetzt wieder ran. Ihre Analogen Ausgänge werden reaktiviert und das Rufsignal auf 25 Hertz umprogrammiert (Früher war die Rufspannung 25 Hz bei fast 60 Volt).

So soll ein Telefonklingeln klingen…

Nach dem Zusammenbau:

P1030594a
Sieht er nicht aus, wie aus dem Ei gepellt?

Hier sieht man nicht, dass dieser Apparat schon 1954 gebaut wurde, also mit allem Respekt das Rentenalter erreicht hat. Und man kann sogar mit ihm telefonieren.

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